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Das Babyphone von lisa Humantechnik – die richtige Lösung für Mütter mit Hörgeräten?

Das Babyphone von lisa Humantechnik – die richtige Lösung für Mütter mit Hörgeräten?

Ihr seid Mutter oder Vater mit Hörgerät und wollt nachts Eure Kinder hören? Ein normales Babyphone ist Euch zu leise? Habt ihr technische Hilfsmittel für Schwerhörige, die Euch helfen?

Ich habe Euch ja schon berichtet, dass ich nachts ein Hörgerät trage, um meine Kinder zu hören.

Ein kleiner Rückblick in das Jahr 2015: Ich war schwanger mit meiner Tochter, Juhu! Ganz neue Erfahrungen und Emotionen, viele neue Gedanken, alles muss vorbereitet werden für den neuen Familienzuwachs. Unter anderem steht auch das Babyphone auf der Einkaufsliste. Mmh… Babyphone. Wie mache ich das denn? Wie kann ich denn meine Tochter nachts hören ohne Hörgeräte? Ein normales Babyphone reicht nicht aus, von daher habe ich mich erkundigt und mir wurde von meinem Akustiker das Babyphone Set von lisa Humantechnik empfohlen.

Was steckt hinter lisa Humantechnik?

Das Prinzip und die Idee dahinter ist super! Ein Sender und Empfänger Prinzip für Schwerhörige. So können individuell unterschiedliche Signalquellen bzw. Sender zusammen gestellt werden wie z.B.

  • Rauchmelder
  • Türklingel
  • Babyphone
  • Infrarot Bewegungssensor
  • Telefon
  • Alarm

 

Diese Sender geben dann bei entsprechendem Geräuschaufkommen ein Signal an den gewählten Empfänger, wie z.B.

  • Vibrationselement
  • Blitzlampe
  • Blinklampe
  • Gateway (zB Funk wird über Router auf Smartphone App übertragen)

 

Wie sah mein Setup aus?

Ich habe als Sender Element das Babyphone erhalten und als Empfänger das Vibrationselement gewählt. Dazu habe ich dann einen Wecker erhalten, denn das Signal vom Babyphone wird an den Wecker übertragen, dieser überträgt es dann an das Vibrations-Element. Ich nenne es jetzt einfach mal „Vibrationskissen“.

Klingt soweit nach einer prima Lösung, so dass ich zum einen entspannt schlafen kann und zum anderen sicher sein kann, dass ich es mitbekomme, wenn mein Kind weint bzw. Hunger hat.

Voller Vorfreude habe ich zu Hause alles aufgebaut, um es dann zu testen.

Nun zu meinem Gesamteindruck:

Der Lösungsansatz als solches ist super, die Idee, alle notwendigen Signalquellen zu verkoppeln, ist klasse und ein gelungenes Konzept.

Die Umsetzung hat aus meiner Sicht im Rahmen der heutigen technischen Möglichkeiten erhebliches Verbesserungspotential.

Was würde ich verbessern?

  1. Einbindung einer Geräuschübertragung! Es sollte nicht nur eine Funkverbindung gewährleistet sein, sondern auch eine Gegensprechfunktion bzw. die Übertragung der Geräusche an sich. Jetzt ist es so: Das Baby macht Geräusche und schon vibriert mein Kissen… ich schrecke auf, haste zu meinem Kind. Ich habe nicht die Möglichkeit, einmal mein Ohr irgendwo ran zu halten, um zu schauen, ob wirklich Notwendigkeit besteht, rüber zu gehen. Eventuell hat es ja nur gehustet…
  2. Integration einer Kamera – optimalerweise mit Infrarot.
  3. Der Wecker ist zu laut! Der Wecker ist notwendig, als Übermittler der Signale. Aber der Wecker ist wirklich laut! Ich bin da wirklich nicht empfindlich, aber selbst mich hat es gestört, wenn ich meine Hörgeräte drin hatte. Ich wollte meinem normal hörenden Mann den Wecker nicht zumuten.
  4. Das Design! Ich verstehe, dass das Design sicher nicht oberste Priorität hat, aber ein bisschen nett und modern aussehen darf es doch schon, oder?
  5. Optional eine Uhr oder Armband mit Vibration ergänzend zum Vibrationselement – damit ich entscheiden kann, dass nur ich geweckt werde und nicht das gesamte Familienbett. Wäre ein prima Feature!

Nun die Kosten: Die Krankenkasse hat die Kosten für das System übernommen und ich hatte ursprünglich eine Zuzahlung von 50,00 EUR zu leisten. Der normale Preis beträgt ca. 32o,00 EUR. Finde ich wirklich viel, wenn ich bedenke, welche technischen Optionen Infrarot Kameras mit App Steuerung bieten und wesentlich günstiger sind.

Ich habe das System nach zwei Nächten leider wieder abgebaut und mich dafür entschieden, das Babyphone von Philips Avent zu nutzen und dann mit einem Hörgerät zu schlafen, damit ich Geräusche gleich richtig einordnen kann. Ist unbequem, aber aktuell der Weg, der mir das beste Gefühl gibt, zumal mein Mann auch nicht immer da ist.

Perfekt für mich wäre eine Lösung, die eine Vernetzung zwischen einem Vibrationsarmband und einer Infrarot Kamera bietet, auf die ich dann einen Blick werfen kann, bevor ich zu meinem Kind gehe.

Vielleicht ist die richtige Lösung auch, das lisa Gateway einzubinden. Dieser wurde mir 2016 noch nicht angeboten. Vielleicht gibt es ja einen Workaround, den ich noch nicht kenne!

Wie löst ihr die Schlafsituation nachts, so dass ihr Eure Kinder hören könnt?

Habt ihr Erfahrungen mit lisa gemacht? Kennt ihr gute Alternativen?

Oder habt ihr ganz andere Ideen, die ihr teilen möchtet?

Ich freue mich auf Euer Feedback,

Janine

 

7 Comments
  • Avatar
    Mike
    Geschrieben am 20:29h, 07 Februar Antworten

    Typischer Fehlkauf – entweder nicht oder schlecht beraten worden, das ist mein Fazit.

    Am Hersteller oder dem Produkt an sich liegt es NICHT!

    Der Wecker den ihr habt würde ich mir nie ins Schlafzimmer stellen. Das Ding taugt allerhöchstens als Reisewecker….. vom Design tatsächlich das letzte, aber vielleicht mag die Generation 70+ ja eher solche Uhren.

    Warum habt ihr dieses dieses analoge Teil? Ein analoges Uhrwerk tickt, wie bei den allermeisten „Wanduhren“ ja auch. Es gibt den Wecker auch digital! Einfach mal die Hersteller-Website anschauen (http://www.humantechnik.com/produkte/blitz-und-vibrationswecker/)

    Das Babyphone ist AUCH für gehörlose gedacht, wozu also ein unnötiges „Feature“ der Geräuschübertragung. Wenn du Video und Geräusche möchtest kauf ein Babyphone von der Stange, die können das in allen Preisklassen und da gibt es auch eine endlose Auswahl. Bei Humantechnik steht die Nutzung als Hilfsmittel auf jeden Fall im Vordergrund.

    Die Lisa-Anlage / Wecker / Babyphone hat ein anderes Ziel als die sonst frei verkäuflichen Geräte! Nämlich das ich auch etwas merkst wenn du eben keine Hörgeräte trägst oder selbst schläfst.

    Der Babysender hat eine Einstellung für die Empfindlichkeit. Wie bei einem Babyphone für hörende ist das Gerät „sensibel“ und springt auch mal an wenn das Kind nur erzählt oder brabbelt, das ist bei allen Babyphones so und kannst du nur durch eigenes einstellen anpassen. Trotzdem wird es mal einen „Fehlalarm“ geben, aber besser das als wenn du nichts merkst wenn es wichtig wäre.

    Der Lisa-Wecker kann auch mit einem Vibrationsempfänger gekoppelt werden, praktisch wenn man mal raus in den Garten geht.

  • janine.franck
    janine.franck
    Geschrieben am 21:25h, 08 Februar Antworten

    Hallo Mike, danke für den Hinweis. Das Gerät wurde mir vom Akustiker tatsächlich nur so angeboten. Ich bin nun neugierig, was Du zu meinen Verbesserungsvorschlägen sagst. Sollte doch eigentlich machbar sein. Insbesondere eine integrierte Infrarot-Kamera, die gerade auch Gehörlosen helfen würde.

  • Avatar
    Mike
    Geschrieben am 21:19h, 11 Februar Antworten

    Alles interessante Verbesserungen – ABER: Man muss immer auch dran denken das die Geräte als Hilfsmittel gelten, also die Leute eine Kostenübernahme von der Krankenkasse wollen.

    Und ich bezweifle das eine Infrarot-Kamera bei der deutschen Bürokratie noch als „Hilfsmittel“ durchgeht. Wie jede private Firma hat sich bestimmt auch Humantechnik durchgerechnet ob solche „Zusatz-Features“ überhaupt verkaufbar sind, weil die Krankenkassen sowas NICHT zahlen werden. Klar, ist das schön zu haben – aber ich sehe da zu wenig Chancen das das kommt.

    Nach meiner Erfahrung – gerade in der Facebook-Gruppe beschäftigen sich die meisten Muttis zu wenig oder vorallem zu spät mit dem Thema, am häufigsten wird bemängelt das der Sender nicht anschlagen würde. Aus der Erfahrung von Freunden von uns wo der Mann hörend und die Frau gehörlos ist muss ich sagen, hängt alles nur mit der Einstellung zusammen. Auch ein normales Babyphone schlägt erst dann an wenn die Empfindlichkeit passt. Eine Kamera würde zusätzlich massiv Strom brauchen, und ob die Signalübertragung durch Wände in der jeweiligen Wohnung überhaupt ausreichend ist… damit haben die hörenden schon massiv Probleme, warum also sowas als Feature an ein Hilfsmittel dazunehmen.

    Wenn du beides willst stelle dir doch beide Geräte hin?

    • janine.franck
      janine.franck
      Geschrieben am 13:53h, 12 Februar Antworten

      Die Sender Empfindlichkeit bei lisa ist aus meiner Sicht definitiv ein Problem! Unabhängig davon denke ich, dass die Entwicklung der Hilfsmittel auf keinen Fall davon abhängig gemacht werden sollte, ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt! Im Schnitt geben die werdenden Eltern 75-90 EUR für ein Babyphone aus. Betroffene sind sicher bereit, einen Eigenanteil in dieser Höhe zu leisten, wenn die Technik ansprechend ist. Meine Infrarot Kamera hat ca. 40 EUR gekostet, über die App sehe ich das Baby. Bessere Modelle kosten rund 80 EUR. Also sollte bei einem 320.00 EUR lisa Humantechnik Modell so ein hilfreiches Feature für Schwerhörige doch eigentlich umsetzbar sein, wenn es tatsächlich an den Kosten hängt!?!

  • Avatar
    Sam Jordi
    Geschrieben am 23:56h, 22 August Antworten

    Hallo zusammen

    Gibts das vielleicht weitere News?
    Ich habe genau die gleiche Herausforderung wie Janine.

    Mein Kind schläft im gleichen Zimmer und ich möchte es schreien hören, ohne die Hörgeräte die ganze Nacht zu tragen. Ich habe das bis jetzt so gemacht, hatte jedoch kürzlich deswegen eine Ohrenentzündung. Und muss deswegen eine Lösung finden.

    Hast du Janine eine zahlbare Lösung gefunden? Mich erstaunt, dass es keine Lösung mit Smartwatch gibt. Es würde ein einfacher Sender reichen, und die Smartwatch würde dann via Vibration als Empfänger dienen. Habe aber bisher nichts gefunden.

    Einzig dieses Gerät wäre vielleicht etwas: https://www.amazon.de/Reer-9020-Protectioncube-Digitales-Babyphon-Armband/dp/B003IICLG2/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1534974883&sr=8-1&keywords=reer+protectioncube
    Kann aber nicht beurteilen, ob die Vibration genug stark ist.

    Würde mich über deine Rückmeldung freuen.

    Beste Grüsse,
    Sam

    • janine.franck
      janine.franck
      Geschrieben am 21:24h, 06 September Antworten

      Hallo Sam, liebe Babyphone Hersteller,

      mir ist leider noch keine bessere Lösung über den Weg gelaufen. Gibt es eine? Dann freue ich mich über eine Info!
      Nach wie vor schlafe ich mit einem Hörgerät, da mein Mann aktuell unter der Woche nicht zu Hause ist.
      Ich habe mir Deinen Link zum Babyphone von Reer mit Armband angeschaut, klingt nach einer guten Idee mit dem Armband. Aktuell nicht lieferbar. Was ich mir dann jedoch unabhängig davon noch wünsche, ist, dass ich dann auch mein Kind hören möchte, da ich mit der Vibration noch nicht weiß, wie akut das Schreien des Kindes ist und ob ich schnell reagieren muss. Eine Infrarot Kamera im Gesamtpaket wäre aus meiner Sicht unumgänglich. Was es ja zum Teil auch gibt… nur nicht in der Kombination mit der Vibration. Oder vielleicht doch? Ich würde mich freuen, wenn sich die Hersteller dem Thema annehmen: Also… vielleicht ist das ja auch eine Anregung für Philips Avent, Angelcare, NUK, Reer… usw.!

      Viele Grüße
      Janine

  • Avatar
    Nicole Zielinski
    Geschrieben am 07:03h, 30 Oktober Antworten

    Scheinbar hat sich da auch ein Jahr später noch nicht viel getan. Ich stehe gerade vor dem gleichen Problem. Ich hatte ein babyphone von bellman&synphon. Das reagierte überhaupt nicht. Bzw die Vibrationsuhr.
    Ich habe es dann seid fast 4 Jahren mit Hörgeräte und normalen babyphone gelöst. Nach einer Gehörgangsentzündung in beiden Ohren muss nun eine neue Lösung her.
    Ich habe das neue reer 50800 ausprobiert, jedoch reagiert dieses auch bei jedem hüstchen schon. Auch bei der niedrigsten Sensibilität. Ich hatte ein teures Gerät von Avent im Test, jedoch springt die Vibration nur im weinalarm an und ist dann viel zu leicht.
    Ich liebäugle jerzt mit einem amerikanischen Hersteller. Das Summer babbleband. Hier kann man jedoch auch nicht die Sensibilität einstellen. Bisher habe ich es immer nach ein paar Stunden abgenommen und dann mit einem Hörgerät weitergeschlafen.
    Ich finde die Lösung mit einem vibrationsarmband eigentlich am besten für mich. Jedoch würde ich mir wünschen, dass die Vibration unterschiedlich stark ist und auf die Stimme reagiert und oder weinen. Bei brabbeln und husten leichte Vibration, bei weinen und schreien starke.
    Eine smarte Lösung hatte ich auch schon gedacht, dass diese gut wäre, jedoch gibt es das scheinbar noch nicht.
    Wollen wir hoffen dass sich am Markt noch etwas tut.

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